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03.08.2015- noch 15 mal schlafen und ich verlasse Indonesien

Autor: Ida | Datum: 04 August 2015, 06:16 | 0 Kommentare

„Ida, wann fährst du eigentlich nach Hause?“

„Am 18., Bolang (-Opa, Anrede für einen alten Herren)“

„Wann?“

„Am 18.“

„Wie lange bist du dann noch hier“

„16 Tage, Bolang“

„Wie lange?“

„16 Tage, Bolang“, ganz langsam bildet sich ein Kloß in meinem Hals

„Wie lange?“

„16 Tage.“, ich schreie ihm fast ins Ohr, mein Herz ist mir in die Hose gerutscht und in meinen Augen bilden sich kleine Wasserlachen.

Eigentlich habe ich bis heute nie ein Problem gehabt mit den kleinen Gebrechlichkeiten, die das Alter meiner Mitbewohner so mit sich bringt, gehabt, aber heute, da treibt es mir die Tränen in die Augen.

 

Es sagt ungefähr jeder, dass am Ende des Freiwilligenjahres die Zeit in einem Tempo vergeht, dass man kaum die Augen am morgen öffnet, da ist der Tag auch schon vorbei.

Und ich kann es nur bestätigen, ich frage mich jeden Tag wo nur die Zeit geblieben ist.

 

Aber der Alltag hier ignoriert ganz einfach meine Gefühle, kümmert sich nicht und läuft weiter wie immer. Der Alltag kennt keine Gnade, da gilt es Zimmer zu reinigen, Essen zu reichen und meine Mitbewohner zu pflegen wie jeden Tag.

Bis zu dem Zeitpunkt wo wir eine entlaufene Oma wieder einsammeln mussten, dass war dann doch etwas außergewöhnlich und hat uns alle doch etwas aufgewühlt.

Als sie aber nach zwei Stunden Suche mit breitem, etwas zahnlosem Grinsen und wehenden Haaren, auf dem Moppet eines der Suchtrupp’s an mir vorbei fuhr, da war auch das ganz schnell wieder verziehen.

 

Deutschland ist in diesem Moment, glaube ich, so weit weg, wie in dem ganzen Jahr noch nicht.

Mit aller Kraft konzentriere ich mich diese letzten Tage zu genießen und so viel Zeit wie nur möglich mit meinen Freunden zu verbringen, sie mir wirklich ans Herz gewachsen sind.

Das ganze was ich jetzt erlebe, ist vermutlich gerade die Geschichte mit dem lachenden und dem weinenden Auge. Aber die Kunst mit nur einem Auge zu weinen beherrsche ich noch nicht so besonders, deswegen werden mir gerade noch beide Augen feucht, bei dem Gedanken nach Hause zu fahren.

Aber im Herzen freue ich mich auch und versuche diese letzten Tage eines Jahres, das viel zu kurz war, mit aller Kraft zu genießen. Mit dem schrägen Gesang meiner Mitbewohnerin, der durch die Einrichtung schallt, dem Schimpfen einer anderen, die ihre stibitzen Schätze nicht wieder hergeben will, dem Klappern der Tassen nach dem Nachmittags-Tee und dem Grollen des Donners, der an diesem Nachmittag über uns hinweg rollt.

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