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Ascheregen

Autor: Ida | Datum: 16 Juni 2015, 18:33 | 0 Kommentare

Wie die ersten Schneeflocken an einem kalten Januar Tag, rieseln die weiß grauen Flocken vom Himmel. Sobald sie auf die Erde treffen zerfallen sie zu einem hellen Fleck auf dem staubigen Boden. Aber es ist nicht kalt, es ist warm genug um einem den Schweiß auf die Stirn zu treiben. Diese Flocken die lassen auch keine Kinder mit ausgestreckter Zunge auf der Straße tanzen, denn was da vom Himmel fällt ist Asche. Vulkanasche.

 

Im Karo Land gibt es zwei Vulkane, den Gunung Sinabung und den Gunung Sibayak, einer der beiden bringt nun seit 2010 die Menschen immer wieder in Aufruhr.

 

Seit 2013 leben viele Menschen in den Auffanglagern, weit entfernt von ihrem Zuhause, ihren Feldern, ihren Familien und ihrem bisherigen Leben. Das Leben dieser Menschen wird von dem Sinabung bestimmt. Kinder leiden unter den Traumata des Erlebten, die Eltern nicht weniger und ihre Leben sind seit zwei Jahren in einem Ausnahmezustand gefangen.

 

Vor gut einer Woche kam dann die Nachricht, es  gibt erneut Evakuierungen, die Gefahrenzone wurde auf einen Radius von sieben Kilometern ausgeweitet, es werden Ascheregen und Hitzewolken erwartet.

 

Gestern habe ich von einem Freund ein Foto aus einem neu eröffneten Auffanglager bekommen, da ist mir anders geworden. Des späten Abends versammeln sich dort die Menschen geflohen aus ihren Dörfern vor der Kraft des Vulkans. Alte und Junge sitzen beieinander auf engem Raum, müssen sich eintragen in die Listen der Flüchtlinge und ihre Gedanken sind wohl bei dem zurückgelassenen und ihren Familien.

 

Als ich heute durch die Stadt Berastagi gelaufen bin und dieser unwirkliche Ascheregen auf mich hinab fiel, da habe ich an die Menschen in Deutschland gedacht. Wer weiß wohl von diesen vielen Geschichten, die gerade auf der Flucht sind vor dem Vulkan?

Und dann habe ich diese trügende Schönheit der grauen Flocken beobachtet und mich daran erinnert, dass obwohl, mir gerade in diesem Moment ein Teil ihrer Geschichten ins Gesicht fällt, ich trotzdem nicht wirklich glauben kann was hier passiert.

 

Das Leben der Menschen geht weiter, derjenigen, die nicht evakuiert sind, wie der die in den Lagern auf bessere Tage warten. Aber ich möchte euch daran erinnern, dass es diese Geschichten gibt. Die Geschichten der Menschen die vor dem Ascheregen fliehen, dessen Häuser von ihm verdeckt werden und dessen Felder von ihm erstickt werden.

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