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Eine verspätete Ostergeschichte

Autor: Ida | Datum: 02 Juni 2015, 06:28 | 0 Kommentare

Weinachten muss man nicht am 24., 25., oder 26. feiern und auch Ostern nicht zwangsläufig am Ostersonntag, dass hab ich schon gelernt und da hab ich gedacht, ist es wohl auch für die Geschichten dieser Feste nicht zu spät.

 

In Vorbereitungen auf das Osterfest hat mich das große Bastelfieber gepackt.

Beinahe jedes Jahr puste ich mit meiner Familie Eier aus, bemale sie und schmücke Haus und Garten.

Der Elan hat in den letzten Jahren etwas abgenommen, aber hier ist er auf einmal wieder aufgeflammt. Und als ich der Tochter der Pastorin von dem Plan Eier zu bemalen erzählt habe, war sie hellauf begeistert. Wir haben also Hühnereier gekauft, Farbe und Pinsel besorgt, die Eier ausgepustet und uns mit leckeren Pfannkuchen verköstigt.
Die Hühnereier hier sind in der Regel braun, darum mussten wir erst einmal grundieren. Und während unsere frisch weiß getünchten Eier zum trocknen hingen, hat sich immer wieder eine feuchte schwarze Nase interessiert in ihrer Umgebung gezeigt.

Ähnlich wie viele andere nicht sofort erkannt haben, dass der Inhalt bereits nicht mehr vorhanden war ( „Fängt das nicht an zu stinken?“ hat gefühlt jeder gefragt), hat anscheinend auch der Hund das nicht sofort erkannt. Schließlich waren die Eier halbwegs trocken, heile und der Hund hatte nur ein paar weiße abdrücke an seiner Schnauze.

Nachdem sie dann hübsch bemalt zum das zweite Mal zum trocknen aushingen, konnten wir leider nur noch ihre Skelette ausfindig machen und die vom Regen verwaschene Farbe im Gras entdecken.

Die Trauer war groß und der Hund konnte seine von Schuld weiß gefärbte Nase auch nicht mehr verstecken.

 

Im zweiten Anlauf haben wir dann direkt mit Gänseeiern gestartet, damit das weiß färben weg fällt. Und diesmal habe ich mit einigen meiner Mitbewohner zusammen gearbeitet.

Einige der Frauen waren früher Lehrerinnen und sind in der Bastelarbeit richtig aufgegangen. Das war wirklich schön zu sehen!
Einer meiner männlichen Mitbewohner war Feuer uns Flamme auch mit zu basteln. Ich hab ihm das Ei in die eine Hand gedrückt, ihn eine Farbe aussuchen lassen und schließlich den Pinsel in die andere Hand.

Dann hat er zuerst den Pinsel angeschaut, dann das Ei, dann mich, dann die anderen Mitbewohner und schließlich wieder Ei und Pinsel.

Ich muss zugeben, ich war wirklich etwas überrascht, wusste der tatsächlich nicht wie man ein Ei anmalt? Ich kenne das schließlich von klein auf, malen das ist wie Zähne putzen für mich. Aber dieser Mann hat wohl in dem Moment das erste mal einen Pinsel in der Hand gehabt und ich Strohkopf bin erst einmal ohne nachzudenken davon ausgegangen, dass das, weil es für mich normal ist, für alle anderen auch normal ist.

Ich muss vielleicht dazu erzählen, dass dieser Mann nicht auf dem Entwicklungsstand eines Mannes gleichen Alters ist. Und das er, vermutlich auch deswegen, viel Zeit alleine verbracht und nie eine Schule besucht hat.

Aber mich hat es wieder einmal daran erinnert, blindlings drauf los stürmen funktioniert nicht so gut. Und von sich selbst auf andere zu schließen ist einfach, aber bestimmt nicht immer hilfreich.

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