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ein kleiner Egel

Autor: Ida | Datum: 19 April 2015, 17:17 | 2 Kommentare

Blutegel, davon hat wohl jeder schon mal gehört. Kleine blutsaugende Würmer die hauptsächlich in Gewässern anzutreffen sind.

 

Ich habe in Vorbereitung auf meine Abfahrt unglaublich viele Zeit damit zugebracht „Blutegel“ zu googeln, mir dann ekelige Bilder angeschaut und mich schließlich, um meinen Ekel zu verdrängen, mit Bildern von Affenbabys beruhigt.

Ich war schon früh gut informiert, wie man diese kleinen Tierchen am schnellsten wieder los wird und habe jeden, der schon einmal in Indonesien war, nach seinen Erfahrungen mit Blutegeln gefragt.
Ich habe also unglaublich viele Gedanken gemacht, über meinen Ekel vor Kriechtieren.

Es hat tatsächlich unglaublich viel Zeit in Anspruch genommen mich selbst damit verrückt zu machen.

 

Und jetzt, ca. ein Jahr später, als ich schon fast vergessen hatte, worum ich mir einmal so viele Gedanken gemacht habe, habe ich das erste Mal so ein Kerlchen angetroffen.

Ich habe gerade die Badezimmer geputzt. Mit Schrubber und Klobürste bewaffnet bin ich, wie so oft, von Zimmer zu Zimmer gezogen und habe die Gebrauchspuren beseitigt.

Und schon fast am Ende, als ich gerade den Boden schon schaumig geschrubbt habe, ist mir so ein kleines Würmchen ins Auge gefallen. Bei Würmern schaue ich immer zweimal hin, ob es nun mein Ekel oder das Interesse an diesen seltsamen Wesen ist kann ich gar nicht sagen, und dabei ist mir dann aufgefallen, wie seltsam sich dieser Kerl doch bewegt. Und tatsächlich hatte ich dann einen Egel vor mir. Klein, kümmerlich und eigentlich fast nicht mal ekelig.
Mit einem Schwall Wasser und ein paar kräftigen Strichen mit meinem Schrubber habe ich in dann schließlich in den Abfluss befördert und noch ein Mal mit Wasser nachgespült.

 

Und dabei habe ich mir so gedacht, ist es nicht verrückt, über was für Dinge ich mir Sorgen gemacht habe, wie viele Nerven mich meine Angst gekostet hat und wie sehr es meine Vorbereitungen geprägt hat. Und schließlich ist etwas, was mir groß, blutsaugend und omnipräsent vorkam, nichts weiter als ein kleiner Wurm, der einem eigentlich kaum mehr ins Auge fällt und mit wenigen Handgriffen aus meinem Blickfeld wieder verschwunden ist.

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